Design Methoden sind längst mehr als bloße Werkzeuge – sie sind zu Navigationssystemen in komplexen Projekten geworden. Wer im Dickicht aus Ideen, Deadlines und Kundenanforderungen den Überblick behalten will, braucht Struktur. Doch welche Route führt sicher ans Ziel: Design Thinking oder das Double Diamond Modell?
Hier untersuchen wir Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Einsatzbereiche. Und zeigen, wie beide Ansätze kreative Arbeit nicht einschränken, sondern vorantreiben.
Hintergrund & Relevanz
Warum sind strukturierte Design Methoden heute unverzichtbar? Kreative Teams bewegen sich oft in Spannungsfeldern: Ideen sprudeln, doch Zeit und Ressourcen sind begrenzt. Entscheidungen müssen getroffen werden, während sich Anforderungen im Projektverlauf ständig ändern. Hier bieten Methoden Orientierung, wie ein klarer Fahrplan durch unbekanntes Terrain. Denn sie lenken, ohne einzuengen. Vergleichbar mit einem Geländer, das Sicherheit gibt, während der Weg frei gewählt werden kann.
In Studien zur Innovationsforschung zeigt sich, dass Unternehmen mit strukturierten Kreativprozessen schneller und zielgerichteter Innovationen entwickeln. Erfahrungen aus Agenturen und Designbüros bestätigen: Strukturierte Kreativität führt zu besseren Ergebnissen, klareren Prozessen und zufriedeneren Auftraggebern.
Vergleich der Methoden
Überblick über Design Thinking
Design Thinking entstand im Umfeld der Stanford University und entwickelte sich schnell zum Standardansatz in Innovationsprojekten. Im Zentrum steht der Mensch: Nutzerbedürfnisse werden analysiert, Ideen generiert, Prototypen erstellt und getestet.
- Phasen: Verstehen, Beobachten, Ideen entwickeln, Prototyping, Testen
- Stärken: Hohe Nutzerzentrierung, iterative Herangehensweise, fördert Empathie und kreative Vielfalt
Überblick über das Double Diamond Modell
Das Double Diamond Modell wurde 2005 vom British Design Council vorgestellt. Es strukturiert Innovationsprozesse in vier klar abgegrenzte Phasen. Besonders prägend ist der Wechsel zwischen divergierendem und konvergierendem Denken – also bewusstes Auseinanderdriften und anschließendes Fokussieren von Ideen.
- Phasen: Discover, Define, Develop, Deliver
- Fokus: Rahmen für Klarheit, Prozessdisziplin und Übersichtlichkeit
Gemeinsamkeiten
- Nutzerorientierung als Leitmotiv
- Iterative Schleifen mit Feedback und Anpassung
- Förderung von Kollaboration, Transparenz und Visualisierung
Unterschiede
- Tiefe vs. Rahmen: Design Thinking ist methodisch detailreich, Double Diamond liefert den übergeordneten Prozessrahmen
- Anwendung: Design Thinking wird häufig in Workshops eingesetzt, Double Diamond eignet sich als Leitmodell für Organisationen
- Fokus: Empathie und Nutzererlebnis stehen beim Design Thinking im Vordergrund, während Double Diamond den Gesamtprozess ordnet
Einsatzbereiche in der Praxis
Design Thinking bietet sich an, wenn komplexe Probleme neu gedacht und nutzerzentriert gelöst werden sollen. Double Diamond entfaltet seine Stärke, wenn es darum geht, Prozesse in Teams oder Organisationen konsistent zu strukturieren. Viele erfolgreiche Projekte kombinieren beide Methoden – ein hybrider Ansatz, der Tiefe und Klarheit vereint.
Beide Ansätze lassen sich gut in übergeordnete Kreativprozesse integrieren. Gerade in Workshops kommen diese Methoden besonders wirkungsvoll zum Einsatz.
Vergleichstabelle: Routen und Fahrplan der Methoden
| Kriterium | Design Thinking | Double Diamond |
|---|---|---|
| Ursprung | Stanford / IDEO | British Design Council |
| Fokus | Nutzerzentrierung, Empathie | Prozessklarheit, Struktur |
| Ablauf | 5 Phasen (flexibel, iterativ) | 4 Phasen (Discover–Deliver) |
| Einsatz | Workshops, Ideenfindung, Service Design | Organisationsweite Prozesssteuerung |
| Vorteil | Tiefe Methodik, Nähe zum Nutzer | Klarer Rahmen, einfache Kommunikation |
Fallstudie: Entwicklung einer neuen Service-Idee
Ein Agenturteam erhielt den Auftrag, ein digitales Serviceangebot zu entwickeln. Im ersten Schritt wurde Design Thinking genutzt, um Nutzerbedürfnisse tiefgehend zu verstehen und erste Prototypen zu skizzieren.
Anschließend diente das Double Diamond Modell als strukturierender Rahmen, um Ideen zu priorisieren, zu entwickeln und erfolgreich auszurollen. Ergebnis: ein klarer Prozess, hohe Akzeptanz bei den Nutzern und eine zügige Umsetzung für den Kunden.
Fazit
Design Thinking und Double Diamond sind keine Gegensätze, sondern komplementäre Design Methoden. Während das eine tief in Nutzerwelten eintaucht, schafft das andere Struktur und Klarheit im Prozess. Wer beide Ansätze klug kombiniert, profitiert von kreativer Vielfalt und zugleich verlässlicher Orientierung.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Design Thinking und dem Double Diamond Modell?
Design Thinking ist ein detaillierter methodischer Ansatz mit Fokus auf Nutzerbedürfnisse. Double Diamond ist ein übergeordnetes Prozessmodell, das Klarheit und Struktur schafft.
Kann man beide Methoden kombinieren?
Ja. Viele Agenturen nutzen Design Thinking zur Ideengenerierung und Double Diamond zur Prozesssteuerung – eine Kombination, die kreative Tiefe und organisatorische Klarheit vereint.
Für welche Projekte eignet sich Design Thinking besonders?
Vor allem für Projekte, die komplexe Probleme lösen und neue, nutzerzentrierte Ideen entwickeln wollen.
Wann ist das Double Diamond Modell besser geeignet?
Wenn es darum geht, größere Prozesse mit mehreren Stakeholdern zu steuern und Teams einen klaren Rahmen zu geben.




